Frage & Antwort

Wie sehen Sie die Gewerbeentwicklung? Gibt es neue interkommunale Perspektiven?

Ich will dazu beitragen, die erfolgreiche Gewerbepolitik der letzten Jahrzehnte fortzuschreiben. Dazu werde ich mich daran beteiligen, die Gewerbeflächenplanung im Rahmen des „Masterplans 2030“ und der Fortschreibung des Regionalplans Mittelhessen erfolgreich zu gestalten. Geeignete Gewerbeflächen sind vorrangig für einheimische Gewerbetreibende bereitzustellen.

Welche Nutzung sehen Sie in der »Nau Schul« in Launsbach?

Ich unterstütze den Beschluss der Gemeindevertretung, dass die „Nau Schul“ im Eigentum der Gemeinde Wettenberg verbleibt und saniert wird. Das Erdgeschoss als Klima- und Begegnungszentrum zu nutzen, halte ich für eine gute Lösung. Darüber hinaus würde ich mich dafür einsetzen, in den oberen Etagen Wohnraum zu schaffen.

Was wollen Sie für mehr Bürgerbeteiligung tun?

Als Bürgermeister muss man immer wieder kontroverse und strittige Themen und Projekte angehen. Der Dialog mit den Wettenberger Bürgerinnen und Bürgern ist mir ein besonderes Anliegen, und ich werde stets dafür Sorge tragen, dass alle Seiten und Meinungen angehört und einbezogen werden.

In den letzten Jahren hat sich für mich gezeigt, dass Bürgerbeteiligung für viele Bürgerinnen und Bürger einen immer höheren Stellenwert bekommt. Wenn Sie mir Ihr Vertrauen schenken, werde ich zeitnah mit den Verantwortlichen in der Politik, den Vereinen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern das Gespräch suchen, wie Bürgerbeteiligung sich zukünftig in Wettenberg gestalten sollte.

Beteiligung muss gelernt werden. Kinder und Jugendliche sollten daher frühzeitig demokratische Abläufe kennenlernen und ausprobieren können. Gemeinsam mit Kindern- und Jugendlichen möchte ich eine Kinder- und Jugendbeteiligung für Wettenberg entwickeln, die die Interessen und Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen wie auch ihre Wünsche für eine zukunftsorientierte Gestaltung Wettenbergs berücksichtigt. Dabei schließt ein Kinder- und Jugendbeirat eine projektorientierte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen nicht aus.

Ebenso mache ich mich dafür stark, dass unsere Seniorinnen und Senioren bei Entscheidungen mit einbezogen und ihre Bedürfnisse berücksichtigt werden

Was sind die drei drängendsten Herausforderungen in Wettenberg, die Sie angehen wollen?

Meine drei wichtigsten Ziele für Wettenberg sind:

Bezahlbaren und altersgerechten Wohnraum zu schaffen.

Die bestehende Kinderbetreuung zu sichern und wenn erforderlich auszubauen.

Die Entwicklung und Umsetzung eines Verkehrs- und Radwegekonzepts.

Bei der Umsetzung würde ich, soweit es möglich ist, Wetterberger Bürgerinnen und Bürger in die Planungen mit einbeziehen.

Welche Überlegungen haben Sie für neues Wohnbauland? Nachverdichtung? Neuausweisung?

Im Flächenverbrauch will ich unter den Vorgaben des neuen Regionalplans zurückbleiben und verstärkt die Potentiale von Leerständen und Baulücken nutzen. Unter Mitwirkung von Bevölkerung, Politik und Wirtschaft sind Wohn- und Gewerbeflächenplanungen, in Form eines Siedlungsflächenkonzeptes (Masterplan Wettenberg 2030), zu entwickeln.

Der Bedarf an Kita-Plätzen ist in Wettenberg hoch. Die Bausubstanz der Kita „Pfiffikus“ ist unzureichend. Ist ihrer Meinung nach, der Standort am Festplatz in Wißmar für eine neue Kita geeignet? Und wie lässt sich die dadurch freiwerdenden Fläche am besten nutzen?

Die Bereitstellung einer großen Zahl qualitativ hochwertiger Kinderbetreuungsplätze in Wettenberg ist mir persönlich besonders wichtig. Die Standortprüfung für den erforderlichen Neubau der Kindertagesstätte Pfiffikus auf SPD-Initiative hin, hat gezeigt, dass der Standort am Festplatz – aufgrund seiner zentralen Lage, der bereits vorhandenen Verkehrsinfrastruktur und der schnellen Verfügbarkeit – mit Abstand die beste Lösung ist. Als nächstes werden sich nun Gemeindeverwaltung, Eltern und Erzieherinnen in einem Workshop zusammensetzen, um gemeinsam die Anforderungen an die neue Kindertagestätte festzulegen.

Für die Folgenutzung der freiwerdenden Fläche ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass hier, sowie auch an anderen geeigneten Standorten in Wettenberg, Konzepte für bezahlbares Wohnen entwickelt und zügig umsetzt werden. Das Ziel, den Bestand an bezahlbarem Wohnraum in den nächsten fünf Jahren um 50 Wohneinheiten zu erhöhen, ist ja bereits im Koalitionsvertrag SPD/Grüne verankert. Zur Erreichung dieses Ziels werde ich als Bürgermeister unter Einsatz aller kommunalen Möglichkeiten dazu beitragen.

Der Flächenverbrauch in Deutschland beträgt derzeit rund 56 ha pro Tag. Dieser soll deutlich reduziert und schließlich bis 2050 bei „Netto-Null“ enden. Wie sehen Sie die Siedlungsentwicklung Wettenbergs bis 2035?

Wir haben in Wettenberg seit Jahrzehnten eine zurückhaltende Siedlungspolitik, die auf die Stabilität unserer Einwohnerzahl ausgelegt ist. Im Flächenverbrauch will ich daher unter den Vorgaben des neuen Regionalplans zurückbleiben und verstärkt die Potentiale von Leerständen und Baulücken nutzen. Unter Mitwirkung von Bevölkerung, Politik und Wirtschaft sind Wohn- und Gewerbeflächenplanungen, in Form eines Siedlungsflächenkonzeptes (Masterplan Wettenberg 2030), zu entwickeln. Hierbei stehe ich für ein Konzept mit starken Anteilen für bezahlbaren, altersgerechten und barrierefreien Wohnungsbau. „Wohnraum muss bezahlbar sein, auch und gerade für Bürgerinnen und Bürger mit niedrigem Einkommen.“

in allen Ortsteilen ist eine stärkere Verdichtung im Kernsiedlungsraum anzustreben. Intelligente Konzepte für die innerörtlichen Nachverdichtung werde ich gemeinsam mit Planern, Verwaltung und Bürgerschaft entwickeln. Eine hierfür wichtige Vorrausetzung bildet die Umsetzung eines dazu passenden Verkehrskonzeptes für ganz Wettenberg. Ein Tabu bleibt auch zukünftig bestehen, Flächen mit einem hohen Wert für Natur- und Landschaftsschutz sind von jeglicher Bebauung ausgeschlossen.

Kindergarten neben dem Festplatz Wißmar? Ja oder Nein?

Ich werde die in der Wettenberger Gemeindevertretung getroffene Entscheidung neben dem Festplatz in Wißmar den Neubau der Kindertagesstätte Pfiffikus zu errichten, in vollem Umfang unterstützen.

Was wollen Sie tun, um die Straßen, im Besonderen die Hauptachsen durch die Dörfer, von Autoverkehr zu entlasten?

Es ist mir wichtig, dazu beizutragen, dass wir auch in Wettenberg die Mobilitätswende voranbringen. Daher werde ich mich dafür einsetzen, den massiven Ausbau und die Verbesserung des Wettenberger Radwegenetzes sicherzustellen, so dass immer mehr Wettenbergerinnen und Wettenberger einfach, sicher und komfortabel auf das Rad oder den ÖPNV umsteigen können.

Was sind Ihre drei wichtigsten Ziele für eine mögliche Amtsperiode?

Ein sehr wichtiges Ziel von mir ist es, bezahlbaren Wohnraum in Wettenberg zu  schaffen. Es darf nicht sein, dass junge Wettenbergerinnen und Wettenberger unsere Gemeinde verlassen müssen, weil sie sich hier keine Wohnung leisten können. Auch vor dem Kontext des demographischen Wandels möchte ich dafür Sorge tragen, dass barrierefreier Wohnraum für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger entsteht.

Ein weiteres wichtiges Ziel bleibt es für mich, eine gute Kinderbetreuung mit einer ausreichenden Anzahl an Betreuungsplätzen zu erhalten und wenn erforderlich, auszubauen. Da Wettenberg in den letzten Jahrzehnten sehr gut gewirtschaftet hat, kann nach dem Neubau des Familienzentrums Wiesenhaus in Wißmar für rund 4 Millionen Euro ein weiteres, zusätzliches Betreuungsangebot um zwei Gruppen in Krofdorf-Gleiberg durch den Neubau der Kindertagesstätte Finkenweg entstehen.

Ein weiters wichtiges Ziel ist für mich die Weiterentwicklung und Umsetzung eines  Radwegekonzeptes, ausgehend von der aktuellen Situation und den Herausforderungen der Gemeinde Wettenberg, einen Handlungsrahmen zu erarbeiten der aufzeigt, wie der Alltagsradverkehr in den nächsten Jahren verbessert werden kann und welche Maßnahmen dafür erforderlich sind.

Corona und die Finanzen: Wo muss in Wettenberg nachjustiert werden?

Wettenberg verfügt Dank außerordentlich solidem Wirtschaften in dem vergangenen Jahrzehnt über ein Barvermögen von über 7,55 Mio. € und könnte zudem kurzfristig Kassenkredite von 1 Mio. € mobilisieren. Dadurch und durch Kreditermächtigungen von fast 6 Mio. € ist die Liquidität und Handlungsfähigkeit auch unter der aktuellen Corona-Situation gesichert.

Was muss noch mehr gehen im Miteinander im Gleiberger Land? Was mit Gießen?

Für mich führt an interkommunaler Zusammenarbeit zukünftig kein Weg mehr vorbei. Daher werde ich das Thema interkommunale Zusammenarbeit engagiert angehen, um mit den umliegenden Kommunen zu prüfen, welche Synergieeffekte sich durch eine Zusammenarbeit erreichen lassen.

Im Blick auf die jüngsten katastrophalen Hochwasserereignisse: Welche Handlungsmöglichkeiten sehen Sie für Wettenberg bezüglich des Hochwasser- und Klimaschutzes?

Wettenberg hat ein Hochwasser- und Klimaschutzkonzept, an dem ich aktiv im Parlament mitgewirkt habe. Die ersten Schritte wurden bereits 2019 eingeleitet und deshalb können wir bereits aktiv mit einem Budget von 6 Millionen € bauen und umsetzen. In Wißmar wird gerade ein Pufferbecken mit einem Volumen von 550 m³ unter dem Parkplatz des Bürgerhauses für 1,5 Millionen € und ein Niederschlagswasserentlastungskanal in der Marburger Straße für 575.000 € gebaut.

Der Grunderwerb für mindestes vier außenliegende Regenrückhaltebecken konnte weitgehend abgeschlossen werden und die Planungen werden aktuell in Richtung Genehmigung überarbeitet, hier hoffe ich, dass die große Politik im Angesicht der Hochwasserkatastrophe die sehr hohen Genehmigungshürden pragmatisch absenkt, ohne den Umweltschutz zu vernachlässigen. In Launsbach wurde das Projekt am Steinkreuz abgeschlossen. Wir ruhen uns nicht auf unserem umfassenden Konzept, das als vorbildliche kommunale Vorsorge schon zweimal im Hessischen Fernsehen vorgestellt wurde, aus sondern werden mit den aktuellen Fließpfadkarten und der überrechneten Kanalhydraulik weiter optimieren. Als Preisträger Bundeshauptstadt im Klimaschutz ist unser Klima wichtiger Baustein für das Konzept Wettenberg 2030.

Was soll mit der Waldhausstraße passieren? Durchgängig befahrbar oder teils Radweg?

Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Waldhausstraße bis zum Waldhaus für den PkW-Verkehr saniert und schwerpunktmäßig so hergestellt wird, dass diese für Radfahrer durchgängig, bis Salzböden befahrbar ist. Darüber hinaus werde ich auf den Hessenforst zugehen, um für den Holzlagerplatz einen Standort außerhalb des Krofdorfer Forstes zu finden.

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