Pressespiegel

Donnerstag, 02. 09. 2021, Gießener Allgemeine

Grüne unterstützen Volgmann

Wettenberg (pm). Die Grünen unterstützen bei der Bürgermeisterwahl Ende des Monats Ralf Volgmann. Er sei »der beste Kandidat für Wettenberg«, erklärte Dietrich Schulze-Horn, Ortsverbandsvorsitzender der Grünen.

Diese Entscheidung der Wettenberger Grünen gab er nach einem gemeinsamen Spaziergang mit dem Bürgermeisterkandidaten der SPD bekannt. Ein Gesprächsthema waren die jüngsten katastrophalen Hochwasserereignisse in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, die die ganze Republik geschockt haben, sowie die Starkregenereignisse in Wettenberg.

»Gerade auch in Wißmar gab es in der Vergangenheit wiederholt schwerwiegende Überschwemmungen«, erklärt Schulze-Horn. »Die vielfachen Maßnahmen der Gemeinde zur Minderung der Gefahrenlage, zum Beispiel die geplanten Baumaßnahmen am Wißmar-Bach, sind ein Zeichen, dass wir uns dieser Herausforderung stellen. Zur besseren Einschätzung der Risikolage, erstellen manche Kommunen Überflutungskarten, in denen besonders gefährdete Lagen markiert sind. Das soll nun auch für Wettenberg passieren«, so der Grünen-Chef. »Eine Idee zur weiteren Verbesserung der Informationslage könnten Sofortnachrichten in Sozialen Medien und Netzwerken sein«, schlägt Ralf Volgmann vor. »So könnte die Reichweite einer Gefahrenmeldung noch deutlich erhöht werden und auch die Menschen gewarnt werden, die die Alltagsmedien weniger nutzen«.

Gießener Allgemeine

Samstag, den 28.08.2021, Gießener Anzeiger

Wettenberger Bürgermeisterkandidaten auf den Zahn gefühlt

Rund 200 Besucher kamen zur Podiumsdiskussion mit den vier Bewerbern in der Sporthalle der Gesamtschule Gleiberger Land.

WETTENBERG - Bei den Kernthemen wie Siedlungsentwicklung, Klimaschutz, Verkehrskonzept und Verbesserung der Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern herrschte unter den vier Bürgermeisterkandidaten weitgehende Einigkeit. Sie trafen sich am Donnerstagabend in der Sporthalle der Gesamtschule Gleiberger Land zu einer Podiumsdiskussion und stellten sich den Fragen von Volker Böhm vom Gießener Anzeiger und Rüdiger Soßdorf von der Gießener Allgemeinen Zeitung sowie der Bürger.

Es war ein Schritt zurück zur Normalität. Unter Corona-konformen Bedingungen begrüßten Barbara Yeo-Emde vom Kunst- und Kulturkreis Wettenberg sowie Mike Mülich von der Sängervereinigung Wißmar knapp 220 Zuschauer. So konnten sich die Wähler ihren eigenen Eindruck von Andreas Heuser (CDU), Marc Nees (unabhängig, unterstützt von den Freien Wählern), Philipp Nickel (unabhängig) und Ralf Volgmann (SPD) verschaffen. Auf zuvor ausgeteilten Zetteln konnten die Besucher Fragen an die Kandidaten notieren. Diese wurden von Helfern aus den Vereinen eingesammelt und an das Moderatoren-Duo übergeben.

Die Moderatoren des Abends, Volker Böhm (r.) und Rüdiger Soßdorf (l.), umrahmen die vier Bürgermeisterkandidaten (v.l.) Marc Nees, Andreas Heuser, Philipp Nickel und Ralf Volgmann. Foto: Theis

Neuen Wohnraum schaffen

Zur Frage der künftigen Bebauung plädierte Heuser für Innenverdichtung und Umstrukturierung von Wohnraum: "Wir haben in Wettenberg wenig Flächen zu verteilen. Deshalb müssen wir versuchen, zu verdichten. Wir dürfen nicht unser gutes Ackerland versiegeln. Ich schlage deshalb vor, dass die Gemeinde um die Kosten für junge Menschen, die aus Wettenberg stammen, gering zu halten, alte Gebäude ohne Investorbeteiligung ankauft. Diese müssen dann umgebaut werden, sodass junge Familien dort preisgünstig wohnen können. Hier muss die Gemeinde innovativ vorgehen." Nickel lehnt das bisher betriebene "Wachstum um jeden Preis" ab. Er wolle das ländlich geprägte Ortsbild erhalten. Als Unding bezeichnete es der 44-Jährige, dass sich junge Wettenberger, die in der Gemeinde aufgewachsen sind, keinen Wohnraum leisten können. "Ich möchte die Mittelschicht, bestehend aus Facharbeitern, Angestellten, Pflegekräften und so weiter unterstützen, damit ihnen bezahlbarer Wohnraum in Wettenberg zur Verfügung gestellt wird. Ebenso muss seniorengerechtes Wohnen im Ortskern erhalten bleiben."

Dass Wettenberg in den nächsten zehn Jahren weiter wachsen wird, und "wir Bedarf an Wohnraum bekommen, der noch über dem aktuellen Bedarf liegt", prognostizierte Nees. Aus seiner Sicht muss neues Bauland erschlossen werden. "Die Gemeinde muss die Flächen ankaufen und nach einem sozialen Kriterienkatalog vergeben", erläuterte der Wißmarer.

Für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum steht auch Volgmann. "Geringverdiener, Alleinerziehende, Personen mit keinem dicken Geldbeutel, die in Wettenberg nichts mehr finden, für die muss bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden", erläuterte der SPD-Kandidat. Die dafür nötige und geeignete Fläche müsse gefunden werden. Er sei nicht für große Grundstücke mit Einfamilienhäusern, sondern für Reihenhäuser und Wohngebiete, in denen eine gute Durchmischung stattfinde. Es gebe aktuell freie Bauplätze, ebenso viele leer stehende Gebäude. Hier will er sich eine Übersicht verschaffen, damit diese vergeben werden können.

Wie das Klima schützen?

In Sachen Klimaschutz müsse jeder bei sich selbst anfangen, erklärte Nickel. So habe auch er bewusst auf Werbemittel verzichtet. "Sie werden von mir keine Plakate oder Zettel finden. Ich habe das dafür vorgesehene Geld gemeinnützigen Einrichtungen zukommen lassen." Er will konsequent auf Nachverdichtung verzichten. Zudem müsse man sich Gedanken machen, wo die "Klimakiller" herkommen.

Für eine stärkere interkommunale Zusammenarbeit in Sachen Klimaschutz möchte sich Nees einsetzen. "Außerdem muss die Gemeinde mit gutem Beispiel vorangehen. Ich kann mir zum Beispiel Fahrräder für die Mitarbeiter der Gemeinde vorstellen und natürlich auch für den Bürgermeister selbst."

Für Volgmann ist es wichtig, den Wald zu erhalten und sicherzustellen, dass er sich auch weiter entwickeln kann. "Klimaneutrale Gebäude, Neubauten und Umbauten müssen unterstützt und entsprechend gefördert werden", so der 57-Jährige. In Sachen Erhalt und fortdauernde Entwicklung des Waldes stimmte Heuser zu. Angesichts der sich häufenden Flutkatastrophen müssten in Wettenberg Regenrückhaltebecken bereits im Wald gebaut werden, so der dreifache Familienvater. "Der öffentliche Nahverkehr muss umstrukturiert werden, um den Leuten eine attraktive Alternative zum Auto anbieten zu können. Genauso werde ich mich für den Ausbau von Radwegen einsetzen."

Immer häufiger bemängelt wurde zuletzt die fehlende Kommunikation der Verwaltung zu Vereinen und den Bürgern. Nees sieht einen Lösungsansatz darin, einen festen Ansprechpartner für die Vereine auf der Verwaltung zu installieren. "Dieser muss entsprechend geschult und ausgebildet werden. Er muss die Anfragen entgegennehmen, sie entsprechend auf die zuständigen Kollegen verteilen und auch Ansprechpartner bei weiteren Rückfragen sein." Auch Volgmann bestätigte die Kritik an der mangelnden Kommunikation seitens der Verwaltung. "Ich würde selbst als Bürgermeister vorangehen und will Ansprechpartner für alle Bürger sein." Verwaltung sei für ihn ein Service, zu dem der Kunde gehen kann und der dort auch eine Antwort für sein Anliegen zu bekommen hat.

Die Verbesserung der Kommunikation sei für ihn Kernthema, machte Heuser deutlich. Er sei auch bei seinem Beruf als Polizist niemand, der vom Büro aus führt, sondern sich vor Ort Probleme anschaue. Dies will er auch als Bürgermeister tun. "Wenn Bürger eine Anfrage stellen, muss jemand implementiert werden, der diese entgegennimmt. Kommt es dabei jedoch zu Komplikationen, dann hat meiner Meinung nach der Chef rauszufahren und es sich anzuschauen. Ich habe mir deshalb die Vorgehensweise des früheren Bürgermeisters Gerhard Schmidt zum Vorbild genommen. Diese lautet: Rausfahren, nachschauen, Informationen mitnehmen, anschließend umsetzen und steuern."

Als zweigeteilt sah Nickel das Problem an. Er würde bei der Schulung der Mitarbeiter der Gemeinde in Sachen Bürgerbeteiligung ansetzen. Die Verwaltung biete bereits die Möglichkeit, sich aktiv einzubringen, doch leider stünden bei Aktionen dort immer nur eine Handvoll, und meist sogar immer nur die dieselben Leute. "Ich will deshalb ein Klima schaffen, das den Spaß am Mitmachen fördert."

Die rund zwei Stunden, die für die Podiumsrunde angesetzt waren, vergingen für alle Anwesenden wie im Flug. Nach diversen Fragen aus dem Publikum hatten die Kandidaten Gelegenheit, in Abschlussstatements zu erklären, wieso sie neuer Bürgermeister von Wettenberg werden wollen.

Gießener Anzeiger, Leandro Theis

Samstag, den 28.08.2021, Gießener Allgemeine

Ein gutes Angebot an die Wähler

Wettenberg (ws). Über 200 Interessierte kamen auf Einladung des KuKuK und der Wißmarer Sängervereinigung zur Podiumsdiskussion der vier Wettenberger Bürgermeisterkandidaten in die Sporthalle an der Gesamtschule Gleiberger Land. Andreas Heuser (CDU), Marc Nees (unabhängig, unterstützt von den Freien Wählern), Philipp Nickel (unabhängig) und Ralf Volgmann (SPD) stellten sich den Fragen der Moderatoren Rüdiger Soßdorf (Gießener Allgemeine) und Volker Böhm (Gießener Anzeiger) sowie des Publikums.

Die Themen spannten sich von Siedlungsentwicklung über Klimaschutz und Kommunikation mit den Vereinen bis hin zu Verkehrsfragen und Jugend- und Kulturarbeit. In gut zwei Stunden konnten sich die Bürger ein Bild von den unterschiedlichen Charakteren machen.

Die vier Wettenberger Bürgermeisterkandidaten Marc Nees (2. v. l. ff), Andreas Heuser, Philipp Nickel und Ralf Volgmann mit den Moderatoren Rüdiger Soßdorf (l.) und Volker Böhm (r.).© Klaus Waldschmidt

Zwei Urnengänge?

Prognose eines Beobachters im Nachgang: Ein gutes personelles Angebot an die Wettenberger Wähler. Das macht es umso schwerer, dass einer der Kandidaten im ersten Wahlgang sogleich über 50 Prozent kommt. Stichwahl zwischen den zwei Bestplatzierten wäre dann am 24. Oktober.

In Fragen der Siedlungsentwicklung rieten alle Bewerber mit unterschiedlichen Konzepten zur Nachverdichtung - Marc Nees und Philipp Nickel bekannten sich jedoch klipp und klar auch zum Ausweisen von neuen Baugebieten. Die Gemeinde solle Land aufkaufen und sozial nach einem Punktesystem vergeben, schlägt Nees vor. Flächen sollten entsiegelt werden. Philipp Nickel plädiert für bezahlbaren Wohnraum für junge Wettenberger Familien - aber kein Wachstum um jeden Preis. Andreas Heuser warb für den Ankauf und die Sanierung von älteren Häusern durch die Gemeinde, um einen niedrigeren Mietpreis zu erreichen sowie eine verstärkte Innenverdichtung. Auch Ralf Volgmann steht für bezahlbaren Wohnraum, gerade für Geringverdiener und Alleinerziehende, und spricht sich dafür aus, Baulücken zu bebauen und Leerstände zu aktivieren. Die Senioren haben alle im Blick: Ob Nees (»Wohngemeinschaften für Senioren«), Nickel (»Seniorengerechtes Wohnen in den Ortskernen«) oder Heuser (»kleine Wohneinheiten für Senioren innerorts«)

Auch beim Klimaschutz lagen die vier Bewerber nicht sehr weit auseinander: Dies müsse bei jedem Einzelnen beginnen, sagt Nickel. Besseren ÖPNV, Ausbau der Radwege. Solar- und Fotovoltaikanlagen auf den Dächern, klimaneurtrale Gebäude; die Bedeutung des Krofdorfer Forstes haben alle vier auf dem Schirm.

Gewerbepolitik

Weiteres Thema war die Gewerbeentwicklung. Die Stärkung kleinerer Unternehmen sei wünschenswert. Gewerbeflächen sollten begrenzt aufgelegt werden. Darin sind sich die Kandidaten einig. Ein interkommunales Gewerbegebiet kann sich Andreas Heuser gut vorstellen. Ziel für Ralf Volgmann ist, dass kein Unternehmen Wettenberg verlässt. Er will Arbeitsplätze vor Ort halten, etwa durch das kommende Gewerbebiet vor Porsche bei Launsbach. Nees, der den Wettenberger Gewerbepark als Erfolgsgeschichte lobte, wünscht sich neue Flächen für »grüne« Unternehmen.

Einig waren sich die Kandidaten, dass die Kommunikation zwischen Kommune und Vereinen und Bürgern verbessert werden muss - etwa durch direkte Ansprechpartner im Rathaus.

Breiteren Raum nahm der Erzieherinnen-Mangel ein, denn Wettenberg sucht Fachkräfte für die Kitas, und der Markt ist »leergefegt«. Ein gutes Arbeitsklima, eigene Ausbildung und eine bessere Bezahlung sieht Philipp Nickel als Anreize. Es sei ein »hartes Stück Arbeit«, Mitarbeiter zu finden. Eine verstärkte regionale Ausbildungsinitiative, gutes Betriebsklima und bessere Bezahlung seien Ansätze, sieht auch Ralf Volgmann. Die Kitas attraktiver machen und als Anreiz Wohnungen für Mitarbeiterinnen bereitstellen, lautet die Empfehlung von Nees.

Breiteren Raum nahm das Thema Verkehr ein - über die Notwendigkeit des im Grundsatz beschlossenen, aber eben noch nicht umfänglich erarbeiteten Verkehrskonzept waren sich alle einig. Philipp Nickel empfahl, weiter hartnäckig dranzubleiben, die Verkehrsberuhigung voranzutreiben. Andreas Heuser empfiehlt die Beratung durch Verkehrsexperten, während Ralf Volgmann mehr Unterstützung durch die oberen Verkehrsbehörden wünscht.

Da es keine Räume für Jugendliche in Krofdorf-Gleiberg gibt, sollte z.B. ein »Internet-Café« für Jugendliche zusammen mit den Teenagern geschaffen werden, so Philipp Nickel. Die Jugendlichen sollten sich in einem Jugendzentrum selbst einbringen, regte Andreas Heuser an. Ralf Volgmann möchte mit den Jugendlichen im Ganzen ins Gespräch kommen, da ein JUZ alleine als Angebot nicht ausreiche. Freies W-Lan und ein überdachter Treffpunkt seien eine gute Möglichkeit für Jugendliche, regte Marc Nees an. Einig waren sich alle vier, Jugendliche bei Projekten immer »mitzunehmen«. So ist auch die Marschrichtung, bei der Planung des Pumptracks bei Wißmar die künftigen Nutzer einzubeziehen.

»Nau Schul«

Unterschiedliche Ansätze jedoch bezüglich der »Nau Schul« in Launsbach: Für eine Sanierung hat die Gemeinde 800 000 Euro bereitgestellt. Philipp Nickel befürchtet, dass das Geld wegen des Denkmalschutzes nicht ausreicht. Die Heimatstube brauche dort Platz. Andreas Heuser hofft derweil, dass sich die Senioren bei der Gestaltung mit einbringen sollten und hier eine Außenstelle der Gemeindeverwaltung entstehen könne. Ralf Volgmann schlug im Obergeschoss Wohnraum, im Untergeschoss eine ortsbezogene Nutzung vor. Von den hohen Sanierungskosten runter will Nees: Er plädiert nur für eine substanzerhaltende Sanierung und reduzierten Ausbau.

Gießener Allgemeine, Klaus Waldschmidt

Freitag, den 06.08.2021, Gießener Allgemeine

Guter Zuspruch aus den Partnerkommunen

Wettenberg (m). Fast 50 Jahre gingen bisher ins Land, seit die Städtepartnerschaft zwischen Krofdorf-Gleiberg - später Wettenberg - und dem Provonçe-Städtchen Sorgues ein verheißungsvolles Zeichen für ein friedvolles Europas setzte. Es folgte vor 33 Jahren eine weitere Ehe mit der ungarischen Gemeinde Zsambek, einige Zeit später wurde die Nachbarkommune Tök als Partner aufgenommen.

Vor drei Jahren kam Grigny (Frankeich) dazu. Nun findet vom 12. bis 21. August das erste internationale Jugendcamp am Wißmarer See statt, an dem aus allen fünf Partnerkommunen insgesamt 40 Jugendliche plus Betreuer teilnehmen.

Thilo Hain, Gerhard Schmidt, Ralf Volgmann und Norbert Schmidt (v. l.) freuen sich auf das Jugendcamp.© Volker Mattern

Für Ehrenbürgermeister Gerhard Schmidt als einer der Baumeister der Partnerschaften, ist dies eine Erfüllung. Er hatte die Idee dazu und forderte während seiner aktiven Zeit als Bürgermeister immer wieder »lasst uns hier etwas tun«.

Geist der Einigkeit

Norbert Schmidt, Vorsitzender der Deutsch-Franzosen Krofdorf-Gleiberg (DFG), sein Vize und 1. Beigeordneter der Gemeinde Ralf Volgmann und Thilo Hain, Vorsitzender des Heimatvereins Zsambek, stehen neben anderen hinter dem Projekt. Es verdiene die volle personelle und sächliche Unterstützung, auch am Geld dürfe und werde es nicht scheitern, sagte Norbert Schmidt. Seitens der Gemeinde ist vom Kinder- und Jugendbüro Benita Weigand dabei. Weitere Partner insbesondere bei Programmgestaltung und Logistik sind die Seniorenwerkstatt, der Gleiberg-Verein, der Kunst- und Kulturkreis, die Freiwillige Feuerwehr und Mike Will als Pächter vom Wißmarer See.

Etwas zäh habe alles begonnen, als man Ende 2020 den Entschluss gefasst habe, es jetzt anzupacken, erinnert sich Volgmann. Der Zuspruch aus den Partnerstädten ist aber überraschend gut; wohl auch, weil die Verantwortungsträger ordentlich die Werbetrommel rührten, berichtete der DFG-Vorsitzende. Das Zusammentreffen junger Menschen aus unterschiedlichen Kulturkreisen und Sprachräumen sei die Basis dafür, das Staffelholz des Erreichten in der Partnerschaftsgeschichte an eine neue Generation weiterzugeben, sagte Gerhard Schmidt.

Gleichwohl gab es in den Jahrzehnten auch immer wieder Tiefen und Rückschläge, aber ungebrochen stets der Wille und die Beharrlichkeit, nie aufzugeben. Man wisse, wie es aktuell um Europa und den Geist der Einigkeit bestellt sei. Umso klarer müssten die Botschaften von den Städten und Gemeinden als Träger der Partnerschaften sein. Das Jugendcamp sei dafür gut geeignet.

Eine Kanutour auf der Lahn, Stadtbesichtigungen, ein Ausflug durch Oberhessen mit dem Ziel Hoherodskopf, Workshops, Führungen auf Burg Gleiberg, ein Boule-Turnier und ein Besuch im Freibad sind ein Teil des Programms.

Gießener Allgemeine, Volker Mattern

Freitag, 18.06.2021, Gießener Allgemeine

Volgmann: »Immer für Gesamt-Wettenberg«

Wettenberg (so). Mit 100-prozentiger Zustimmung haben die Wettenberger Sozialdemokraten in einer Mitgliederversammlung Ralf Volgmann zum Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 26. September gewählt. Der 57-Jährige soll im Februar 2022 die Nachfolge von Thomas Brunner (SPD) antreten, der nach zwölf Jahren nicht mehr kandidiert und stattdessen im Frühling 2022 in die Geschäftführung de Zweckverbands Mittelhessische Wasserwerke wechselt.

Mit Engagement wirbt Ralf Volgmann in der SPD-Mitgliederversammlung für seine Themen.© Ruediger Sossdorf

Mit Engagement wirbt Ralf Volgmann in der SPD-Mitgliederversammlung für seine Themen.© Ruediger Sossdorf

»Gemeinsam für Wettenberg - gemeinsam sind wir stark«. Unter diesen Slogan hat Volgmann seine Bewerbung gestellt und will dies auch als Auftrag im Falle seiner Wahl mitnehmen.

»Gemeinsam heißt für mich immer: für Gesamt-Wettenberg«, erläutert der Wahl-Gleiberger. Keineswegs wolle er sich als Kandidat eines Dorfes profilieren, sagte er mit einem Blick Richtung Mitbewerber. Wettenberg gehe es gut - jedes der drei Dörfer sei gut ausgestattet mit Kindertagesstätten, Grundschule, Vereinen.

Die Rolle des Bürgermeisters, so kündigte er vor seinen Parteifreunden an, sehe er als die eines Moderators. Ihm gehe es darum, die Menschen zum Mitmachen zu gewinnen: »Dazu müssen wir über neue Beteiligungsmodelle reden«, sagt der Kandidat.

Als größte Herausforderung sieht er das Schaffen bezahlbaren Wohnraums. Er bedauert, dass es der Politik in den letzten Jahren nicht gelungen ist, da ein Projekt hinzubekommen. »Das stimmt mich traurig und gelegentlich sauer«, sagte Volgmann durchaus selbstkritisch. Und verspricht, das Thema anzupacken.

Volgmann war bereits im Oktober 2020 von der SPD ins Rennen geschickt worden. Die Nominierung musste jetzt wiederholt werden, um Rechtssicherheit zu haben, denn das Land hat das Wahlgesetz zum 1. April geändert, Dadurch haben sich Bewerbungs- und Nominierungsfristen verschoben.

Unterstützung erfährt Volgmann nicht nur durch seine Partei, die SPD. Auch die Grünen sprechen sich für ihn als den richtigen Mann auf dem Bürgermeister-Sessel aus.

Weitere Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl im September sind bisher Andreas Heuser (CDU) sowie Marc Nees und Philipp Nickel (beide unabhängig).

Gießener Allgemeine, Foto: Rüdiger Soßdorf

Sonntag, 09.05.2021, Gießener Allgemeine

Dank und Anerkennung für langjähriges Engagement in Wettenberg

Renate Dysli, Dr. Werner Trampisch, Inge Heim und Jürgen Kraft sind am Donnerstagabend in der Sitzung der Gemeindevertretung Wettenberg zu Ehrenbeigeordneten der Gemeinde ernannt worden. Manfred Delius und Anuschka Gerlach sind nun Ehrengemeindevertreter. Parlamentsvorsitzender Hans Peter Steckbauer zeichnete die langjährigen Kommunalpolitiker aus.

so_ehre1_100521_4c© Ruediger Sossdorf

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Zu den ersten Gratulanten zählte der Erste Beigeordnete Ralf Volgmann in Vertretung von Bürgermeister Thomas Brunner.

Insbesondere der Christdemokrat Manfred Delius engagiert sich seit rund 70 Jahren in der Politik. Von 1949 an war er in Klein-Linden aktiv, von 1968 an in Launsbach, später in der Großgemeinde Wettenberg.. 1971 zählte er zu den Gründern des CDU-Gemeindeverbands Launsbach. Wettenberger Gemeindevertreter war er von 1980 an.

Gießener Allgemeine so/Foto: so

Freitag, 23.04.2021, Giessener Allgemeine

Nächster Halt: Bürgermeisterwahl

In der Gemeindevertretung von Wettenberg haben sich die Mehrheitsverhältnisse etwas verschoben. Bei der konstituierenden Sitzung am Donnerstag war davon aber nicht viel zu spüren. Erste Personalfragen wurden geklärt und der 26. September als Termin für die Bürgermeisterwahl beschlossen.

Glückwunsch per Ellbogen-Check: Sozialdemokrat Ralf Volgmann (Mitte) wird neuer Erster Beigeordneter und damit Stellvertreter des Bürgermeisters. Hans Peter Steckbauer (rechts) ist alter und neuer Parlamentsvorsteher. Links Bürgermeister Brunner. Unter den Zuschauern zwei weitere Bürgermeisterkandidaten: Marc Nees und Andreas Heuser.© Ruediger Sossdorf

Die Wettenberger Politik ist wieder handlungs- und arbeitsfähig. Am Donnerstag hat sich die am 14. März neu gewählte Gemeindevertretung zu ihrer ersten Sitzung getroffen und sogleich eine wichtige Entscheidung zur Bürgermeisterwahl getroffen: Der Wahltermin ist auf den 26. September festgelegt worden, also zeitgleich mit der Bundestagswahl. Eine Stichwahl, angesichts von derzeit schon vier Bewerbern durchaus im Bereich des Möglichen, soll bei Bedarf am 24. Oktober stattfinden.

Die Entscheidung fiel einstimmig und ohne weitere Diskussion. Im Februar noch war von den Gemeindevertretern um den Termin gestritten worden: Seinerzeit hatten die Sozialdemokraten den 6. September präferiert, die CDU damals schon das Zusammenlegen mit der Bundestagswahl.

Der Sozialdemokrat Thomas Brunner tritt nach zwölf Jahren nicht mehr an. Seine zweite Amtszeit endet am 31. Januar 2022. Bislang bewerben sich Ralf Volgmann (SPD), Andreas Heuser (CDU), Marc Nees und Philipp Nickel (beide unabhängig).

Vor der Entscheidung über den Wahltermin hatte die Gemeindevertretung einige Personalien zu klären: Unter Leitung des an Jahren ältesten Gemeindevertreters Hans Richard Wegener (Jahrgang 1946) wählten die Gemeindevertreter aus ihrer Mitte einen neuen Vorsitzenden. Das Vorschlagsrecht lag bei der stärksten Fraktion, der SPD. Sie nominierte Hans Peter Steckbauer; seine erneute Wahl ins höchste Amt in der Gemeinde erfolgte einstimmig. Stellvertreter des Vorsitzenden sind Johann Gottfried Hecker (CDU), Corinna Vahrenkamp (Grüne), Julia Trampisch (FW) und Martin Ballmeier (FDP). Damit dieser als vierter Stellvertreter das Amt annehmen kann, wird die Hauptsatzung der Gemeinde zeitnah geändert.

Zudem hatten sich die Fraktionen im Vorfeld auf eine gemeinsame Liste zur Wahl der ehrenamtlichen Beigeordneten verständigt: Neuer Erster Beigeordneter wird Ralf Volgmann (SPD). Er löst auf dieser Position als Bürgermeister-Stellvertreter Reinhard Bamberger ab. Das Signal, das die Sozialdemokraten damit senden wollen: Volgmann gilt für sie als der gesetzte Nachfolger von Brunner.

Die weiteren ehrenamtlichen Beigeordneten sind Reinhard Bamberger (SPD), Gerhard Kunkel (SPD), Günter Hofmann (CDU), Sven Müller (CDU), Karl Fiedler (FW) Volker Cloos (FW) sowie Dietrich Schulze-Horn und Eberhard Werner (beide Grüne).

Aus dem Gemeindevorstand verabschiedet wurden Jürgen Kraft, Regina Schwalb-Gwosc (beide SPD), Christoph Maitzen und Renate Dysli (beide CDU) sowie Inge Heim (Grüne), Irene Mogk (FW) und Werner Trampisch (FW). Trampisch und Dysli haben künftig ihre Plätze in der Gemeindevertretung; Sven Hofmann und Hans Karpenstein rücken in die SPD-Fraktion nach.

Veränderungen gibt es bei den Fachausschüssen, die die Gemeindevertretung bildet. Künftig wird es nur noch fünf (statt bislang sechs) Ausschüsse geben. Zwingend vorgeschrieben ist ein Haupt- und Finanzausschuss. Zudem wird es einen Ausschuss für Klima, Umwelt und Energie geben, einen Ausschuss für Soziales sowie einen Ausschuss für Kultur, Sport und Partnerschaften. Sie alle werden sieben Mitglieder haben. Neu zugeschnitten wird der Ausschuss für Infrastruktur, Gemeindeentwicklung, Bauen, Planen und Verkehr. Er wird aufgrund seiner Aufgabenfülle künftig neun Mitglieder zählen. Die Ausschüsse werden sich in den kommenden Tagen zu ihren ersten Sitzungen treffen und Vorsitzende aus ihrer Mitte bestimmen. Wann das sein wird, hängt davon ab, wie schnell die Fraktionen ihre Ausschussmitglieder benennen.

Die nächste Sitzung der Gemeindevertretung ist bereits auf den 6. Mai terminiert: Es wird die erste “echte Arbeitssitzung„ der neuen Wahlperiode.

“Sie sind in der glücklichen Situation, Gemeindevertreter in einer Gemeinde zu sein, die Handlungsspielräume hat„, hatte Bürgermeister Thomas Brunner zu Beginn der konstituierenden Sitzung die alten und neuen Mandatsträger begrüßt. Und er bat sie, nicht nur in Wahlperioden zu denken, sondern auch die langen Entwicklungslinien im Blick zu haben. Deshalb auch die Arbeit an dem Masterplan Wettenberg 2040, der in den vergangenen Monaten auf den Weg gebracht wurde.

Gießener Allgemeine, Foto: Rüdiger Soßdorf

Sonntag, 04.04.2021, Giessener Allgemeine

Arbeitseinsatz am Gleiberg

Wettenberg (m). Wind, Regen und Hagel trotzend, kämpften sich Mitglieder des Vorstandes des Gleibergvereins und Aktive des Bürgerprojekts Gleiberg mit ihren jeweiligen Vorsitzenden Andreas Kraft und Ralf Volgmann durch Gestrüpp, Astwerk und Unterholz. Und zwar vor allem im Bereich des historischen Aufgangs zur Burg am Südtor, um mit leichtem Gerät für Ordnung zu sorgen.

Jahr für Jahr werden bei Arbeitseinsätzen abschnittsweise Unrat beseitigt und Rückschnitte im Hangbewuchs der Burg in Abstimmung mit den Fachbehörden vorgenommen.© Volker Mattern

Jahr für Jahr werden bei Arbeitseinsätzen abschnittsweise Unrat beseitigt und Rückschnitte im Hangbewuchs der Burg in Abstimmung mit den Fachbehörden vorgenommen.© Volker Mattern

Wettenberg (m). Wind, Regen und Hagel trotzend, kämpften sich Mitglieder des Vorstandes des Gleibergvereins und Aktive des Bürgerprojekts Gleiberg mit ihren jeweiligen Vorsitzenden Andreas Kraft und Ralf Volgmann durch Gestrüpp, Astwerk und Unterholz. Und zwar vor allem im Bereich des historischen Aufgangs zur Burg am Südtor, um mit leichtem Gerät für Ordnung zu sorgen.

Das dabei die Hygieneregeln zur Corona-Pandemie ebenso eingehalten wurden wie die Vorschriften des Landschaftsschutzes, war selbstredend. So war das Ziel, mittel- bis langfristig einen freien Blick auf die Burg und von ihr ins weite Land zu erhalten - wie es einst für die Burgherren auch wichtig war, um Feinde rechtzeitig zu sehen - kein Spagat.

Abstimmung mit Fachbehörden

Es gehöre zur guten Gepflogenheit, solche Einsätze rechtzeitig vorher mit den zuständigen Fachbehörden abzustimmen. Bislang, so der 2. Vorsitzende des Gleibergvereins, Ehrenbürgermeister Gerhard Schmidt, hatte man diesbezüglich stets ein gutes Einvernehmen mit Stephan Stein, dem Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Gießen.

Dessen für Wettenberg zuständiger Nachfolger Christian Jockenhövel vom Fachdienst »Naturschutz« des Kreisausschusses, hatte nach einem Ortstermin mit Dr. Jürgen Leib, dem Schriftführer des Gleibergvereins, und Schmidt grünes Licht gegeben, jedoch mit der Maßgabe, wegen der vorhandenen Frühjahrs-Geophyten, wie beispielsweise dem Gefingerten Lerchensporn als wichtige Hummel- und Bienenweide, sich schwerpunktmäßig auf die Beseitigung von Bauschutt sowie Müll- und Holzresten zu konzentrieren.

Da kam einiges zusammen an achtlos weggeworfenen Hinterlassenschaften. Säuberlich wurden die unschönen Funde in den bereitgestellten Container getrennt.

Zehn Helfer blickten nach knapp drei Stunden zufrieden auf ihren Frühjahrsputz, waren doch der Gesamteindruck am Südosthang nun verbessert und für die Entwicklung der natürlichen Bodenvegetation mit ihren Blütenteppichen gute Voraussetzungen geschaffen worden.

Giessener Allgemeine, Foto: Volker Mattern

Samstag, 05.09.2020, Gießener Anzeiger

Ralf Volgmann tritt bei Wettenberger Bürgermeisterwahl 2021 an

Thomas Brunner hört nach zwei Amtszeiten auf. Er wird im Sommer 2021 nicht erneut als Bürgermeisterkandidat antreten. Sein Nachfolger ist kein Unbekannter.

Amtsinhaber Thomas Brunner will nicht noch einmal für den Chefposten im Wettenberger Rathaus kandidieren. Ralf Volgmann (l.) tritt als SPD-Kandidat bei der Wahl im kommenden Jahr an. Foto: Meina

Amtsinhaber Thomas Brunner will nicht noch einmal für den Chefposten im Wettenberger Rathaus kandidieren. Ralf Volgmann (l.) tritt als SPD-Kandidat bei der Wahl im kommenden Jahr an. Foto: Meina

Wettenberg (jem). Damit hat wohl kaum jemand gerechnet: Nicht Amtsinhaber Thomas Brunner wird bei der Wettenberger Bürgermeisterwahl 2021 für die SPD antreten, sondern Parteivorsitzender Ralf Volgmann. Das teilten die beiden bei einem Pressegespräch am Freitagvormittag mit. "Es war eine sehr schwere Entscheidung. Nicht nur, weil das Amt ein Traumjob ist, sondern auch, weil ich so viel Zuspruch bekommen habe, dass ich noch einmal antreten soll", sagt Brunner, der in seiner zweiten Amtszeit als Rathauschef ist.

Bereits Ende vergangenen Jahres habe er ein anderes Angebot bekommen und sich seither damit beschäftigt. "Mit 56 bin ich in einem Alter, da muss ich mich entscheiden: Weitermachen oder mich beruflich noch einmal einer neuen, großen Herausforderung stellen." Noch sei zwar nichts entschieden - verraten, wohin es gehen soll, wollte Brunner auch noch nicht -, aber das Risiko reizt ihn sehr. Zudem sei jetzt eine gute Zeit zu gehen, denn Wettenberg befinde sich in einer guten Situation. "Die Weichen sind gestellt: Die Gemeinde ist auf den Feldern Soziales, Umwelt und Finanzen gut aufgestellt. Jetzt liegt es an meinem Nachfolger, das weiter zu führen." Volgmann hat laut Brunner das Herz am rechten Fleck und nicht nur bei seiner erfolgreichen Arbeit in der Gießener Nordstadt gezeigt, was er kann.

Jugend miteinbeziehen

Und das will Volgmann nun auch zeigen: 1963 in Berlin geboren, wuchs er im ostwestfälischen Minden-Lübbecke auf, wo er auch seinen Hauptschulabschluss und seine Ausbildung zum Bäcker absolvierte. Weil er in dem Beruf aber nie arbeiten wollte, war er acht Jahre bei der Bundeswehr als Zeitsoldat angestellt. "Ich wollte mich finanziell gut aufstellen und mich weiterbilden, also machte ich dort meinen Realschulabschluss mit der Fachrichtung Wirtschaft." Doch es sollte nicht in die wirtschaftliche, sondern in die soziale Richtung gehen. So absolvierte Volgmann in Kassel an der Sozialfachschule eine fünfjährige Ausbildung mit den Schwerpunkten Erziehung und Religion. Zwei längere Praktika in der evangelischen Paulus- und in der Stephanusgemeinde führten ihn nach Gießen, wo er sich in die Region verliebte.

Der Liebe wegen zog er 2002 schließlich nach Gleiberg - in das Elternhaus seiner Frau. "Ich bin von allen gut aufgenommen worden und fühle mich Zuhause." Volgmann arbeitet seitdem in Gießen. Zunächst als Gemeindepädagoge in der Paulusgemeinde, dann im Jugendzentrum in der Nordstadt und anschließend übernahm er die Leitung der CVJM Gießen. 2010 machte sich Volgmann für rund ein Jahr selbstständig, als er das Café Rühl übernahm, aus wirtschaftlichen Gründen 2011 aber wieder abgab. Danach arbeitete er in dem Verein zur Förderung der Schulen der Stadt Gießen, für dessen Nachfolgeunternehmen Giessen@Schule gGmbH er seit 2018 als Geschäftsführer tätig ist. Hier ist Volgmann nicht nur verantwortlich für rund 275 Mitarbeiter, sondern auch für die Organisation rund um die Ganztagsbetreuung an Schulen.

"Teamwork ist für mich ganz wichtig. Auch als Bürgermeister muss man sich auf seine Partei völlig verlassen können, aber auch mit den anderen Fraktionen ein gutes Miteinander pflegen", so Volgmann, der seit 2010 in der SPD und seit 2011 in der Wettenberger Gemeindevertretung ist. Zuvor war er zehn Jahre lang im Fachausschuss der Kinder- und Jugendförderung der Stadt Gießen, Vorsitzender im Stadtjugendring und ist immer noch Vorstandsmitglied des Nordstadtvereins. Dass er also vor allem Kinder und Jugendliche mehr in politische Prozesse einbeziehen will, ist wenig überraschend. Dabei gehe es ihm nicht nur um projektbezogene Themen wie einen Skaterpark, sondern Politik im Allgemeinen, wie etwa die Zukunft des Waldes. Begegnungsplätze für jedes Alter seien deshalb wichtig. Ein guter Schritt sei mit den Generationsplätzen in Launsbach und Wißmar geschafft, sagt Volgmann, der auch Vorsitzender des Sozialausschusses ist.

"Keine Schlafgemeinde"

Generell möchte der SPD-Kandidat die Bürgerbeteiligung noch stärker in den Mittelpunkt stellen, Menschen mit in die Prozesse einbinden. "Sie sollen nicht das Gefühl haben, die politischen Gremien bestimmen etwas, und dann wird das so gemacht", betont auch Professor Ulrich Ellinghaus, der SPD-Fraktionsvorsitzende. Denkverbote soll es deshalb keine geben.

"Wettenberg ist keine Schlafgemeinde", betont auch Volgmann. Die Bürger und Vereine gestalten das Leben mit, wohnen und arbeiten auch hier, weiß er auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzende des Bürgerprojekts Gleiberg. Und das soll sich unter ihm als Rathauschef noch weiter ausbauen.

"Wir wollen eine Politik für die Breite der Bevölkerung. Am besten jeder der will, aber zumindest die, die in Wettenberg arbeiten, sollen auch hier wohnen können." Der Bau von bezahlbaren Wohnungen sei deshalb längst eine kommunale Aufgabe, da der Markt das schlicht nicht mehr schaffe.

Eine weitere Herausforderung: das ortsteilbezogene Denken. "Als Mitglied des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Krofdorf-Gleiberg, das sich derzeit mit der Fusion der drei Kirchengemeinden beschäftigt, weiß ich, dass das immer noch ein Thema ist. Das muss aber aufhören, niemand darf sich benachteiligt fühlen." Auch in der Gemeindevertretung nicht. So sei es zwar vorderstes Ziel der SPD, bei den Kommunalwahlen wieder als stärkste Fraktion hervorzugehen. Einigkeit mit allen Fraktionen, so wie es in Wettenberg fast schon Tradition ist, sei weiterhin wichtig.

Gespräche mit den Grünen über eine mögliche Unterstützung Volgmanns sollen nach der SPD-Mitgliederversammlung am 22. Oktober geführt werden. Für die CDU tritt bekanntlich Andreas Heuser an. Brunners Nachfolger wird das Amt im Februar 2022 übernehmen.

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23. Oktober 2020, Gießener Allgemeine

Der Teamplayer

Jetzt ist es (partei-)amtlich: Ralf Volgmann ist Bürgermeisterkandidat der SPD in Wettenberg und soll ab Februar 2022 Thomas Brunner im Rathaus nachfolgen. Zugleich ist der 57-jährige Krofdorf-Gleiberger Spitzenkandidat auf der SPD-Kandidatenliste für die Kommunalwahl am 5. März 2021.

© Ruediger Sossdorf

© Ruediger Sossdorf

Die Wettenberger Sozialdemokraten haben ihren Vorsitzenden Ralf Volgmann am Donnerstag in einer Mitgliederversammlung einstimmig für das Bürgermeisteramt nominiert und anschließend ebenso einmütig und ohne weitere Debatte die Vorschlagsliste für die Wahl zur Gemeindevertretung verabschiedet.

Volgmann ist Vorsitzender der SPD Wettenberg, des Bürgerprojekts Gleiberg, Vorstandsmitglied der Deutsch-Französischen Gesellschaft Wettenberg und engagiert sich als Vorsitzender des Sozialausschusses in der Gemeindevertretung. Seit 2018 verantwortet der gelernte Bäcker, Erzieher und Gemeindepädagoge als Geschäftsführer von " Schule @Gießen"die Ganztagsangebote aller Gießener Schulen. Zuvor hatte sich Volgmann in der kirchlichen Arbeit und in der Sozialarbeit in Gießen eingebracht. Vor allem die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen war und ist ihm ein zentrales Anliegen.

Gemeinsam für Wettenberg" hat er seine Bewerbung um das Bürgermeisteramt überschrieben; Volkmann will, wie im seitherigen Beruf und im Ehrenamt, auch im Rathaus und im Dialog mit den Bürgern ausdrücklich als Teamplayer agieren und sieht sich dabei "gleichermaßen als Moderator und Motor".

"Ich bin auf Unterstützung und Mitarbeit angewiesen. Ich wünsche sie mir ausdrücklich", lädt er zum Mitmachen ein. Als Themenschwerpunkte benennt der Sozialdemokrat unter anderem das Schaffen von bezahlbarem Wohnraum, eine ausgewogene, hochwertige Gewerbeentwicklung sowie das dringend notwendige Verkehrs- und Radwegekonzept.

Ein Masterplan, ein Gesamtkonzept für die Weiterentwicklung der Kommune ist derzeit unter dem Titel "Wettenberg 2030" in Arbeit, sagte Volgmann.

Im Spätsommer hatte der amtierende Bürgermeister Thomas Brunner (SPD) angekündigt, nicht über zwölf Jahre hinaus im Rathaus zur Verfügung zu stehen. "Es kam der Reiz des Neuen auf mich zu. Und der war stärker als der Wunsch, mich um eine dritte Amtszeit zu bewerben", sagte er den Mitgliedern, ohne näher darlegen zu wollen, wohin er beruflich strebt. Dass Volgmann als Parteivorsitzender und engagierter Gemeindevertreter mit ausgeprägter sozialer Kompetenz für eine mögliche Nachfolge bereitsteht, habe es ihm leicht gemacht, sich zu entscheiden, sagt Brunner. Er legte den Parteifreunden eine Leistungsbilanz seiner bisherigen Amtszeit vor mit Investitionen von rund 30 Millionen Euro in die Kommunale Infrastruktur seit 2010 - und das bei gleichzeitigem Abbau von Schulden.

Dabei schlug Brunner den Bogen zurück zur Arbeit seiner Vorgänger Gerhard Schmidt und Günter Feußner: "Wir haben in über 40 Jahren in Wettenberg viel erreicht. Das steht auf dem Spiel, wenn die Gemeinde nicht mehr sozialdemokratisch regiert wird", warb Brunner bei den Parteifreunden für engagierte Wahlkämpfe in 2021.

Wann genau die Bürgermeisterwahl sein wird, das steht noch nicht fest. Voraussichtlich zwischen Juni und Oktober 2021. Brunners Amtszeit endet am 31. Januar 2022.

Schon sehr frühzeitig hat die CDU ihren Kandidaten fürs Rathaus präsentiert: Andreas Heuser, Polizeihauptkommissar aus Frankenbach mit Wurzeln in Krofdorf-Gleiberg, ist vor vier Wochen von den Christdemokraten nominiert worden. Ob es weitere Bewerber um die Brunner-Nachfolge gibt, ist noch offen.

In der Gemeindevertretung stellt die SPD in Wettenberg traditionell die mit Abstand stärkste Fraktion. Bis 2015 war sie sogar mit einer absoluten Mehrheit ausgestattet. Seitdem gibt es eine Zusammenarbeit mit den Grünen.

Für die Wahl zur Gemeindevertretung am 14. März 2021 präsentiert die SPD ein 33 Namen umfassendes Angebot: Spitzenkandidat ist Ralf Volgmann, gefolgt vom Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Hans-Peter Steckbauer, sowie dem Fraktionsvorsitzenden Prof. Dr. Ulrich Ellinghaus. Die weiteren Kandidaten (bis Listenplatz 20): Kira Daubertshäuser, Reinhard Bamberger, Ines Wegener, Kai Daubertshäuser, Julia-Swantje Fritsch, Ramon Plaß, Oliver Wegener, Heide Simonis, Pierre Bittendorf, Tobias Wagenknecht, Hans Karpenstein, Regina Schwalb-Gwosc, Prof. Dr. Hans-Richard Wegener, Sven Hofmann, Otwin Balser, Ekrem Eren und Gerald Payer. FOTO: SO

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